Das Borbarad-Projekt

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Dramatis Personae: Adlige

[ Sebastian Meyer © 2003 | mail | url | 06-10-03 ]

Inhaltsverzeichnis:

Reckhart von Spogelsen
Gilia ya Mornicala
Beysa Riftah saba Althufir
Melcher Dragendot
Waldemar von Löwenhaupt
Raidri Conchobair
Bernfried von Ehrenstein

Raidri Conchobair

Markgraf von Winhall, "Schwertkönig"

Treffpunkte

(Gareth, Neue Residenz (22 Hal) [KdM])
Raschtulswall, Drakonia (27 Hal) [RV]
Schlund, Tjostenlager (28 Hal) [7S]
Trollpforte, Heerlager (28 Hal) [RdE]

Merkmale

Rechtschaffenheit, Ehre, Mut, Tapferkeit, Unbesiegbarkeit

Seelentier

Silberwolf

Zur Person

Raidri Conchobair ist der Prototyp des tragischen Helden. Der albernische Markgraf lernte das Kriegerhandwerk gemeinsam mit Waldemar von Löwenhaupt, dem späteren Herzog von Weiden, in Baliho, zog dann jedoch in die weite Welt, um Abenteuer zu bestreiten und sich einen Namen zu machen.

Er gewann das Garether Kaiserturnier, das Donnersturmrennen, zahlreiche Frauenherzen und war zu Lebzeiten im Zweikampf ungeschlagen. Er focht gegen die Orks, 1000 Oger, für Kaiser Reto auf Maraskan und ein recht spezielles "Gefecht" gegen 40 Ferdoker Lanzenreiterinnen. Und so strahlend seine Heldengestalt auch schien, im Herzen hatte er dennoch mit harten Rückschlägen zu kämpfen.

Nie war er zugegen, als Boron einen geliebten Menschen zu sich rief, oft haderte er mit sich selbst, wenn er nach blutigen Schlachten der zahlreichen Opfer gewahr wurde, und nicht zuletzt sehnte er sich vergeblich nach einer Frau an seiner Seite, die ihn länger als nur ein paar Monate begleitet.

Der Markgraf wählte als Kind diesen Lebensweg, doch beschritt er ihn zuletzt nicht mehr aus Freude und Eifer, sondern wohl eher, weil er die Notwendigkeit seines Handelns erkannte, auch wenn er in seinem Leben bereits genug Blut gesehen und vergossen hatte.

Rondra selbst offenbarte sich ihm und wies ihn an, im rechten Moment ihr Schwert und Schild zu sein. Diese Offenbarung brachte Raidri Conchobair nicht nur frischen Mut, sondern sie stärkte ihn auch in der Gewissheit, dass er noch ein Ziel vor Augen hatte. So forschte er lange Jahre mit seinem Jugendfreund Cuanu ui Bennain, dem Fürsten von Albernia, im Ehernen Schwert und mit Erzmagier Rakorium Muntagonus auf dem Grund des Meeres nach alten Geheimnissen und seiner Bestimmung.

Diese fand er jedoch erst 27 Hal, als Rondra ihn zum neuen Träger Siebenstreichs erklärte und er damit zum siebten Gezeichneten wurde. Doch auch als solcher gab er sein Leben in einer tragischen Szene als göttliche Finte, um den übrigen Gezeichneten den finalen Schlag gegen Borbarad zu ermöglichen.

Obwohl die offizielle Biographie kaum Makel an Raidri Conchobair erkennen lässt, sollte man die Tragik dieser Meisterperson nicht vernachlässigen. Er gilt als glänzender, unnahbarer Held sonder gleichen, ist in Wahrheit in dieser Rolle jedoch fast überfordert. Ständig rennt er dem hinterher, was er als rondrianisches Ideal und damit Erwartung Rondras an seine Person ansieht.

Zudem bleibt bei jeder seiner Taten der fade Beigeschmack der Belanglosigkeit. Er gewinnt Turniere, Schlachten und die Herzen der Frauen, doch kein Sieg ist von Dauer, nichts in seinem Leben hat lange Bestand. Seine Expeditionen verlaufen mehr oder weniger ergebnislos (die Erkenntnisse der Unterwasser-Expedition löschte Rakorium aus seinem Gedächtnis) und jeder seiner Kämpfe ist zwar ein Stein mehr im festen Mauerwerk seines Mythos der Unbesiegbarkeit, bringt ihn aber keinen Schritt voran. Wie denn auch, wo er über lange Jahre nicht einmal sein Ziel kennt?

Raidri Conchobair eignet sich hervorragend als Meisterperson, die an der Tragik ihrer Existenz zu zerbrechen droht, obwohl man es gerade vom Schwertkönig am wenigsten erwarten würde. Wobei gerade diese Annahme und die Erwartungshaltung der Menschen wahrscheinlich nicht unerheblich zu seiner Überforderung beiträgt. Raidri Conchobair hat alles gesehen, jeden Gegner bezwungen und doch nichts erreicht.

Beim ersten Zusammentreffen mit den Gezeichneten in Drakonia kann man den Schwertkönig als gebrochenen Mann darstellen, der sich in die Abgeschiedenheit und Ruhe Drakonias zurückgezogen hat, um nach dem Sinn in seinem Leben zu suchen. Er kennt die Prophezeiung Rondras, doch hat er keine Ahnung, wann dieser rechte Moment gekommen ist und ob er dann würdig und stark genug ist, Rondras Schwert und Schild zu sein.

Hier können die Gezeichneten eingreifen, ihm Mut zusprechen und dabei hoffentlich in ihm sich selbst erkennen. Denn auch das bisherige Heldenleben der Gezeichneten war von Strapazen, Rückschlägen und fast erfolglosen Unternehmen beherrscht, auch sie kennen nur ihr Ziel, nicht aber den Weg dorthin, und auch sie haben möglicherweise im Krieg bereits Angehörige und andere geliebte Menschen verloren, die sie in den letzten Jahren nicht einmal besuchen konnten. Und auch die Erwartungshaltung, die die Menschheit den Gezeichneten entgegen bringt, ist durchaus mit der eines Schwertkönigs zu vergleichen. Für die Bevölkerung sind die Gezeichneten wie Raidri strahlende Helden, göttergesegnete Erretter aus der Not.

So bietet sich die Meisterperson des Markgrafen von Winhall also dafür an, die Spieler dazu zu bewegen, auch das tragische Leben ihrer eigenen Helden einmal Revue passieren zu lassen. Zudem gilt Raidri Conchobair auch in Spielerkreisen als der Inbegriff des Heldentums. Da ist es sicherlich befriedigend für die Spieler, eine Vielzahl von Parallelen zwischen dem Leben ihrer Helden und dem des ultimativen Helden Raidri Conchobairs zu entdecken, erhebt das doch auch die eigenen Helden gewissermaßen in diesen Status des unvergesslichen Helden, von dem aventurische Sagen und Legenden noch Jahrhunderte berichten werden.

Erst als Raidri zum Träger Siebenstreichs ernannt wird, werden alle Zweifel von ihm fallen, er wird mit Eifer in die Schlacht ziehen und gegen den Shihayazhad kämpfen, wie er noch nie zuvor gekämpft hat. Denn er hat endlich sein Ziel erkannt und die Chance vor Augen, seinem Leben einen Sinn zu geben.

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Es gibt 2 Kommentare zum Abschnitt "Raidri Conchobair"

2 Kommentar von Seelenspiegel

Ich finde Raidri einen genialen Charakter in Hinsicht auf sein "Ende". Außerdem passt es zu ihm, ein Held zu sein, der im Leben nie seine Bestimmung erkennt; denn, was Rondra sein Leben lang vor dem Namenlosen (Zadig von Volterach), vor Borbarad (also einem Alveraniar) und letztlich sogar den 12 Erzmächten geheim halten konnte, kann er weder als Sterblicher noch als Heiliger jemals im Leben erkennen.
Ich finde sein Ende erschütternd und zugleich genial; es ist eben genauso episch, wie ich es mir gewünscht hatte.
Daher lege ich bei den G7 auch wert darauf, dass meine Gezeichneten ebenfalls sehr interessante Lebensgeschichten haben, die eindeutig auf "höheres Wirken" hindeuten, verglichen zu unseren anderen Charakteren, die entgegen Powergaming auf glaubhafte Hintergründe gesetzt werden sollen.
In meiner Gruppe konnte ich Raidri übrigens zum guten Bekannten unseres Rondrageweihten machen, der sich selbst jetzt nach diversen Treffen noch immer ehrfurchtsvoll gegenüber dem eigentlich sehr am Boden gebliebenen Grafen verhält.

[ 18-03-2010 ]

1 Kommentar von Cassim

Gute Zusammenfassung!

Doch auch in der offiziellen Biographie lassen sich seine Makel erkennen. Ständiger Selbstzweifel; Einsamkeit; Auf der Suche nach einem Sinn Jahrelang durch das Eherne Schwert zu ziehen, einer der unwirtlichsten Gegenden Aventuriens, nur um danach das ganze Reich in Trümmern vorzufinden: Orks, Answin von Rabenmund, die Krise mit dem Horasiat. Und als er endlich die richtige Frau findet (Cuanus Tochter) muss er ihre Bitte nach einem gemeinsamen Leben abschlagen, da er bereits Träger Siebenstreichs ist, nicht die Zeit hat nach Winhall zurückzukehren, und weiß, dass sein Schicksal nicht fern ist. Hört man bei seinem Tod auf zu Lesen ist das ganze sehr Tragisch!

Alles was danach kommt sind lediglich seine Gefühle und dazu da dem Buch doch noch eine Art Happy End zu bescheren: Nach Alveran einzuziehen, an Rondras Tafel zu sitzen (auch wenn er sich dafür nicht für würdig hält), endlich ein Ziel vor Augen zu haben (der Platz neben Rondra ist noch frei) und endlich den Sinn seines Lebens zu erkennen; auch wenn es nur eine Finte war. Doch ohne eine Finte lassen sich gute Kämpfer nunmal nicht teffen...!

[ | 11-05-2006 ]

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